„Lesben und Schwule gegen faschistische Gewalt“

Queere Bewegungen und die rechte Gewalt der frühen 1990er-Jahre in Berlin und Ostdeutschland

von Paula Kreutzmann

Diese bildhafte Beschreibung des Neonazi-Angriffs auf das Schwul-Lesbische Frühlingsfest in Berlin-Mahlsdorf am 25. Mai 1991 aus Charlotte von Mahlsdorfs (1928–2002) Autobiografie bringt uns direkt zum Thema dieses Beitrags: der Gegenwehr auf rechte Gewalt zu Beginn der 1990er-Jahre. Der von Mahlsdorf beschriebene Angriff reihte sich in eine Vielzahl von Attacken auf Orte queeren Lebens seit dem Herbst 1989 in Deutschland – und insbesondere in Ostdeutschland – ein. Der Anstieg rechter Gewalttaten blieb jedoch nicht unbeantwortet: Aus der queeren Bewegung heraus wurden Demos gegen rechte Gewalt organisiert, in Bewegungszeitschriften darüber berichtet und neue Zusammenhänge gegründet, insbesondere derjenigen, die sowohl von Queerfeindlichkeit als auch von Rassismus betroffen waren. Akteur*innen der queeren Bewegung entwickelten eigene Strategien des Selbstschutzes, weil sie sich auf die staatlichen Strukturen – insbesondere auf die Polizei – nicht verlassen konnten.

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